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Freitag, 9. Februar 2007, 13:19

Thomas Covenant vs. Hile Troy

Was ich bei TIW (= The Illearth War) ziemlich auffällig fand, ist, wie Donaldson seine beiden Hauptcharaktere, die beide von der Erde stammen, so unterschiedlich darstellt.
Der eine, Covenant, darauf bedacht, so wenig wie möglich Einfluß auf das Land zu nehmen, damit er nicht zu sehr dahineingezogen wird (auch wenn er natürlich gleich zu Beginn seines Erscheinens die Geschichte des Landes maßgeblich prägt), da er fürchtet, komplett wahnsinnig zu werden. Der andere, Troy, sucht hingegen den größtmöglichen Einfluß (Warmark = oberster Heerführer), da er glaubt, dass seine Fähigkeiten dem Land von Nutzen sind.
Beide handeln aus einer egoistischen Sicht heraus. Covenant, der eigentlich einfach nur in seinem Selbtstmitleid baden und in Ruhe gelassen werden will, und Troy, der durch das Land wieder sehen kann und glaubt, er selbst könne einen großen Beitrag zur Rettung des Landes beitragen.
Beide scheitern irgendwie.
Am interessantesten fand ich die Stelle, als die totale Niederlage droht und Troy auf einmal das Verhalten Covenants versteht (wenn auch nicht gut heißt bzw. es immer noch oder noch mehr verachtet) und sein eigenes in Frage stellt.
Der Konflikt im Verhalten dieser beiden Charaktere (auch wenn sie sich eigentlich kaum begegnen) ist für mich einer der Höhepunkte von TIW.


Aktuelle Lektüre: Deadhouse Gates
Serien: MADDRAX, Professor Zamorra, Perry Rhodan NEO, Perry Rhodan (Posbi-Zyklus)

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Dienstag, 1. September 2009, 16:40

Ich fand die Darstellung des Hile Troy deshalb so gelungen, weil er genau das tut, was man klischeehaft tun sollte, wenn man in so ein verzaubertes Land gerät und helfen kann, diese Welt zu retten.
Er bildet damit genau den Gegenpol zu dem was Covenant tut, nämlich nichts. Aus Diskussionen mit anderen Lesern und aus Rezensionen zu den Büchern weiss ich, dass dies einer der beständigsten Kritikpunkte an Donaldsons Hauptfigur war und ist. Und schwupps zieht Donaldson eine Figur aus dem Ärmel, die sich so verhält, wie der Klischee-Leser es sich wünscht nur um am Ende zu zeigen, dass damit nichts zu retten ist. In meinen Augen ein genialer Schachzug, und ich traue es Donaldson zu, dass dieser schon geplant war, ehe die Kritik sich am ersten Buch entzünden konnte.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Luschen-Legionär« (1. September 2009, 16:44)


gero

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3

Mittwoch, 2. September 2009, 00:26

Zitat

Original von Luschen-Legionär
In meinen Augen ein genialer Schachzug, und ich traue es Donaldson zu, dass dieser schon geplant war, ehe die Kritik sich am ersten Buch entzünden konnte.

War er, was man schon daran erkennen kann, dass die ersten "Chroniken" 1977 binnen eines oder zweier Monate in den USA bei Holt, Rhinehart & Winston im HC erschienen sind. Da war nichts drin mit "schreiben als Reaktion auf Rezensionen", denn wahrscheinlich waren die Rezensionen zu Band I noch nicht einmal veröffentlicht, als Band II und III erschienen sind. ;)

Für mich sind die TC-Bände immer noch Klassiker des Genres, trotz mancher eigenen Vorbehalte, Einwände und Mäkeleien. Mal sehen, wie sich das Ganze anfühlt, wenn die "Last Chronicles" vollständig erschienen sind. Momentan habe ich nur den ersten Band der dritten Chronik angelesen und werde warten, bis der letzte zumindest am Horizont auftaucht. Vielleicht gönne ich mir dann sogar nochmal 'nen Reread aller drei Chroniken, denn bei mir ist es schon verdammt lange her, dass ich die ersten drei Bände gelesen habe.
Sudden moroseness. One hop too far.

4

Mittwoch, 2. September 2009, 09:04

Ich habe es mir auch abgewöhnt einzelne Teile von Trilogien zu lesen, wenn sie erscheinen. Ich warte inzwischen immer erst ab, bis alles vollständig veröffentlicht ist.
Ich lese nur in den ersten Band rein, um nicht versehentlich drei Bände zu holen und dann im ersten schon festzustellen, das hier jemand großen Schrott produziert hat.
Covenant habe ich auch vor etlichen Jahren zuletzt gelesen, wobei mir die erste Trilogie vertrauter ist als die zweite - da kann ich mich nur noch an wenig erinnern - was jetzt nichts über die Qualität der Bücher aussagen soll.
Ein Reread kommt wahrscheinlich nicht in Frage. Dazu habe ich mit Vollzeitjob inkl. Überstunden und kleiner Familie momentan zu wenig Zeit. Aber vielleicht gehen die Kids ja in die Schule, bis Donaldson fertig ist und dann habe ich vielleicht auch wieder ein wenig mehr Zeit. =)