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Anomandaris

First Son of Mother Dark

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1

Sonntag, 2. März 2014, 12:26

J.R.R. Tolkien und sein Magnum Opus

Hallo Leute,

Hab gerade mal durch den Brunnen gestöbert und dabei festgestellt, dass es hier noch gar keinen Thread zum Altmeister der Fantasy gibt. Das ist somit korrigiert ;)

Persönlich muss ich sagen, dass mir von den grossen Werken von Tolkien (also HdR, Hobbit und Silmarillion) das Silmarillion am besten gefällt. Es ist zwar kein wirklich klassischer Roman, aber die Wucht und Epik der in diesem Werk erzählten Gechichten ist einzigartig. Das hängt sicher auch etwas mit der sehr archaischen Form der Erzählung zusammen...es ist eben wirklich eher eine Sagen-Sammlung als eine klassischer Roman. Daher vermutlich auch nicht jedermanns Sache.

Aber wie dem auch sei, dieser Thread soll dazu dienen, Tolkien diskutieren zu können, über seine Werke zu fachsimpeln und so weiter.

Und los...
Mane of Chaos. Anomandaris. Lord of the Tiste Andii, who has looked down on a hundred thousand winters, who has tasted the blood of dragons, who leads the last of his kind, seated in the Throne of Sorrow and a kingdom tragic and fey.
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Bult

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2

Montag, 3. März 2014, 18:20

Als persönlich find ich er hat sein Schwerpunkt sehr auf die Elben gelegt und sie somit richtig populär gemacht.
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Eskrimador

raukothaur

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3

Mittwoch, 5. März 2014, 00:07

Richtig, das Silmarillion ist kein Roman, sondern ein mythologisches Werk, das in seiner mythischen Wucht unerreicht ist. Tolkien hat uns u. a. durch dieses Werk die poetische Wahrheit vermittelt. In dieser Hinsicht ist Tolkien der bislang vermutlich beste Autor. Sein Magnum Opus hat einen komplett anderen Schwerpunkt als Eriksons Werk, der keine poetische Literatur schreibt und deswegen kann es in seiner Sekundärwelt sehr profane und unästhetische Dinge wie z. B. Kacken und Sex geben. In Tolkiens Sekundärwelt gibt es Sex aber nicht, da deren Ästhetik, Würde und Poesie solche Profanitäten per se ausschließt. Und durch seine Elben hat er diese Faktoren personifiziert. Ein Elb beim Kacken ist unvorstellbar. Auch wird man nie einen Elb beim Rülpsen 'sehen'. Das widerspräche dem würdevollen und ästhetischen Wesen der Eldar. Es kommt hier auch nicht drauf an, ob Elben moralisch gut handeln, sondern das einzig Relevante ist, daß sie alles mit der entsprechenden Würde und überirdischen Transzendenz tun. Daher greift es viel zu kurz, Tolkiens Welt auf einen Kampf zwischen Gut und Göse zu reduzieren. Wer das tut, hat sich nicht hinreichend mit Tolkiens Literatur beschäftigt. Denn viele Elben handeln unfassbar böse. Der Unterschied zu Eriksons Völker ist nur, daß sie dabei nie Profanität annehmen.
Natürlich haben beide Welten ihren Reiz und können letzten Endes kaum verglichen werden. Jedoch möchte ich mich eindeutig gegen die Reduzierung der Welt Tolkiens auf Gut vs. Böse einiger Erikson und Martin Fans aussprechen. Erikson und Martin sind mitnichten die ersten, die mit solch einfacher Literatur aufräumen.

Anomandaris

First Son of Mother Dark

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4

Mittwoch, 5. März 2014, 18:20

Aha, da hat jemand eine dedizierte Meinung :D

Das Silmarillion ist aber tatsächlich sehr interessant und vielschichtig. Zudem könnte man beispielsweise auch sehr gut darüber streiten, ob es denn wirklich böse-handelnde Elben gibt. Je nachdem wie man die Schöpfungsgeschichte von ME nämlich interpretiert, ist da einiges an Bandbreite drin.
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5

Mittwoch, 5. März 2014, 19:39

@raukothaur
Ich würde eher sagen, dass man, um zu deinem Standpunkt zu kommen, einer vollständigen Überinterpretation von Tolkiens Werk erliegen muss... "Poetische Wahrheit". Au weia. Der arme Tolkien würde sich vermutlich im Grabe umdrehen, wenn er von diesen verquasten Theorien wüsste.
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Bult

Coltaines Onkel

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6

Mittwoch, 5. März 2014, 21:58

@ Kah-thurak geb ich dir vollkommend Recht :)
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Eskrimador

raukothaur

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7

Donnerstag, 6. März 2014, 13:16

Zudem könnte man beispielsweise auch sehr gut darüber streiten, ob es denn wirklich böse-handelnde Elben gibt.
Okay.
Als was würdest Du z. B. den Sippenmord von Alqualonde bezeichnen, oder den Verrat Feanors an der Schar Fingolfins und das Verbrennen der Schiffe der Teleri, oder den Verrat Gondolins durch Maeglin, oder den Mord an den Wachen der letzten beiden Silmarils nach dem War of Wrath durch Maedhros und Maglor?

8

Donnerstag, 6. März 2014, 13:56

Die Frage ist doch eher, warum Sex profaner als Mord ist... wo liegt die "überirdische Transzendenz" eines Sippenmordes?
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gero

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9

Donnerstag, 6. März 2014, 15:35

Je, nu, Kah ... wenn man's mit entsprechender "Würde" macht ... ;)

Wäre natürlich ein interessanter Ansatz, inwieweit die Taten realer Massenmörder was auch immer "transzendieren". Andererseits mussten - wenn man den Gerüchten trauen kann - auch der Gröfaz, Stalin und Pol Pot kacken und sind damit halt leider doch nur auf dem untersten Level schlichter Profanität geblieben ...
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Anomandaris

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10

Donnerstag, 6. März 2014, 18:24

Zudem könnte man beispielsweise auch sehr gut darüber streiten, ob es denn wirklich böse-handelnde Elben gibt.
Okay.
Als was würdest Du z. B. den Sippenmord von Alqualonde bezeichnen, oder den Verrat Feanors an der Schar Fingolfins und das Verbrennen der Schiffe der Teleri, oder den Verrat Gondolins durch Maeglin, oder den Mord an den Wachen der letzten beiden Silmarils nach dem War of Wrath durch Maedhros und Maglor?


Es gibt verschiedene Ansätze hier. Je nachdem welcher Interpretation sich man anschliessen will, sieht die Antwort etwas anders aus ;)

Hier mal 3 davon:

1) In der Ainulindalë wird beschrieben, wie alles im Lied von Eru erschaffen wird...und wie das Lied sozusagen das Ganze Sein vorspurt (frei übersetzt). Eru hat einen Masterplan für die ganze Schöpfung. Es wird auch immer wieder Bezug genommen auf Ereignisse von denen man jetzt schon weiss, dass sie passieren werden. Folgerung: Freier Wille ist etwas, dass es in ME nicht wirklich gibt. Das Lied ist das Drehbuch und alles und alle auf ME sind die Schauspieler, die das Spiel aufführen. In dem Sinne kann den Elben ihr Tun nicht angerechnete werden, weder im Guten noch Schlechten.

2) Melkor ist ein Valar. Die KInder Erus die nach den Valar und Maiar erschaffen wurden sind von viel geringerer Macht. Es wird immer wieder darauf Bezug genommen, wie Melkors Wille zwingend ist, wie Elben und Menschen ihm nicht widerstehen können. Folgerung: Die Elben sind durch Melkor verflucht worden, er hat alles geplant wie es passiert ist... (ein ziemlich starker Hinweis auf diese Interpretation ist die ganze Children of Hurin Geschichte, insbesondere das Schicksal der Kinder Hurins....also Turin und seine Schwester. Sie sind mehr oder minder Spielball grösserer Mächte).

3) Ein anderer Punkt ist folgender: So gut mir die Geschichten gefallen, finde ich es immer wieder erstaunlich, wie passiv die Valar und Maiar sich verhalten (wohl auch ans Lied gebunden). Hätten sie nur gewollt, hätten sie alles verhindern können (zugegeben, dann wäre das Silmarillion ziemlich langweilig ;) :D ). Den Elben alles in die Schuhe zu schieben ist wie wenn man kleinen Kindern die Schuld gibt, wenn sie etwas Dummes tun und die Erwachsenen (lies Eltern) ungeschoren davonkommen lässt.
Dass sie dann auch im Endeffekt noch super streng mit allen sind, macht sie mir noch viel unsympathischer. Sie versäumen ihre Pflichten, bestrafen aber aufs Härteste. Und das obwohl sie, mehr oder minder, Götter sind.

Das Thema Schicksal ist ein sehr sehr starkes in Tolkiens Werken...es durchdringt alles. Deshalb sehe ich zb. das Haus Finwë auch eher als ein Haus voller tragischer Antihelden als ein Haus voller Bösewichte. Ihr Schicksal war ein verdammtes und dadurch tragisch. Sie konnten den Mächten, die sie hin und her schubsten, nichts entgegensetzen.

Namárië

A.
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11

Mittwoch, 9. April 2014, 17:11

http://www.spiegel.de/kultur/literatur/j…h-a-962315.html um mal wieder etwas Schwung hier rein zu bringen. Find ich sehr interessant das er es im Buch damit verarbeitet hat,
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Eskrimador

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