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Faron

Anfänger

  • »Faron« ist der Autor dieses Themas

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1

Donnerstag, 8. März 2007, 18:19

Bücher auf Englisch lesen?

Hi,
bin neu hier (seit heute), hoffe ich schreib das ins richtige Forum.
Habe ein paar Fragen bezüglich, die Bücher in Englisch zu lesen:

Ich liebäugele damit den 6. dt. Band mir auf Englisch zu besogen, da ich vieleicht hoffe damit mein Englisch mit viel Freude zu verbessern^^ was schon eine Frage mit sich bringt: Ist es sehr schwer oder eine schwere Umstellung, wenn man auf einmal damit Anfängt Bücher auf Englisch zu lesen für einen 12. Klässler? Und als angenehmer Nebeneffekt, wird der Inhalt auf Englisch (Orginalfassung) viel besser wiedergegeben und auch getreuer als in der dt. Übersetzung?

Ich hoffe ihr könnt mir helfen und ein paar nette Kommentare schreiben^^

Faron
Ja, Krieg ist eine Belsastung - bis zum Äußersten. Hart, aber einfach. Es ist kein Ort für Menschlichkeit, oh nein, ganz und gar nicht.
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Kruppe

Den Vortrefflichen, nennen mich manche

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2

Donnerstag, 8. März 2007, 18:40

Herzlich Willkommen, Faron.

Als 11. Klässler, der auch mit sowas liebäugelt, kann ich dir jetzt nicht wirklich weiterhelfen (ich hab nur die deutschen Bände gelesen) :D

Trotzdem mein Senf dazu:
Das sprachliche Niveau der englischen Bände ist hoch, hab ich mir sagen lassen, aber es dürfte schon zu bewältigen sein. Bei den Namen stutzt man anfangs vllt. aber ich denke im Großen und Ganzen dürfte eine Umstellung kein unüberwindbares Problem darstellen.
Die deutsche Übersetzung ist aber mMn sehr gut, also viel besser wird der Inhalt in der Orginalfassung wohl nicht wiedergegeben.
Ich selber werde mich wohl in den Sommerferien mal an einen Re-read auf Englisch wagen.
:)
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maschine

Moderator Admini Gratia

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3

Donnerstag, 8. März 2007, 19:15

Ich würde sagen die 11 oder 12 ist eigentlich ein guter Zeitpunkt um in englische Bücher einzusteigen, da man dann eigentlich alles wesentliche über die englische Sprache weiß (bzw in der Schule eigentlich nichts mehr groß dazu lernt)...den Rest lernt man dann eh erst während des Lesens.
Und die Schwierigkeit liegt eigentlich (bei Erikson) eher bei bestimmten Wörtern (die schlägt man entweder nach oder, besser, man kann sich aus dem Kontext erschließen, was sie bedeuten), nicht beim eigentlichen Sprachstil/Satzbau
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Anomandaris

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4

Donnerstag, 8. März 2007, 19:47

Ich kann nur jedem raten, Fantasy auf Englisch zu lesen. Was gibts schöneres als die wichtigste Sprache (zumindest in der westlichen Welt) auf so angenehme Art zu lernen ^^
Zudem ist es halt wirklich so, dass es im Original einfach nochmal besser ist, als es jedwede Übersetzung je sein wird.
Ich wurde auch vor einigen Jahren ins kalte Wasser geworfen, da mir zwei Freunde einfach ein Wheel of Time Buch geschenkt haben. Das erste Buch war recht harzig, muss ich zugeben...aber danach ging es flott von statten und heute lese ich genau so flüssig englische Bücher wie deutsche Bücher.

Erikson ist allerdings mMn schon der schwerstmögliche Einstieg (zumindest in die Fantasy). Das soll dich im grossen und Ganzen nicht entmutigen, denn er ist dafür auch der Ergiebigste (mMn *g* ).

Zudem sollte man folgende Vorteile des englisch lesens nicht vergessen:

  • grössere Auswahl
  • billiger (keine Buchpreisbindung und meist wird aus einem engl Buch ja mind. zwei dt. Bücher)
  • bessere Erhältlichkeit (schnellere Reprints, keine Fantasiepreise für vergriffene Bücher)
  • früheres Erscheinen (kein "Übersetzungzeit-Verlust")
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Mod-Stimme ist rot :yoda:



Jeder hat das Recht auf seine eigene, falsche Meinung.

5

Donnerstag, 8. März 2007, 20:16

RE: Bücher auf Englisch lesen?

Zitat

Original von Faron
Ist es sehr schwer oder eine schwere Umstellung, wenn man auf einmal damit Anfängt Bücher auf Englisch zu lesen für einen 12. Klässler? Und als angenehmer Nebeneffekt, wird der Inhalt auf Englisch (Orginalfassung) viel besser wiedergegeben und auch getreuer als in der dt. Übersetzung?


Erstmal herzlich willkommen hier im Forum, Faron :)

Zum Topic:
Ich hab auch mit dem 6.ten Band angefangen, auf Englisch zu lesen [und bin 11. Klässlerin^^]. Klar, ich saß anfangs permanent mit dem Wörterbuch da, aber das hat sich nach einiger Zeit auch gelegt, da sich die Wörter wiederholen [so breit die Palette an Wörtern bei Erikson ist, so oft wiederholt er sie auch] und der Satzbau nicht schwer ist. Im Gegenteil, ich fand Bonehunters auch aufgrund des Satzbaus sehr flüssig zu lesen. Hm, alltäglich ist Eriksons Wortwahl wohl kaum, aber sein eigenes Englisch kann man beim Lesen sehr wohl verbessern - zumindest merke ich bei mir, dass ich im Englischunterricht seitdem auch [unabsichtlich] Wörter gebraucht habe, die ich eindeutig in Bonehunters das erste mal gelesen/richtig wahrgenommen habe :)
Ob die Originalfassung den Inhalt besser wiedergibt.. Keine Ahung, allerdings ist die Originalfassung halt nun mal die Originalfassung. Belassen wir's dabei.
Auf alle Fälle ist Bonehunters bombastisch und einfach klasse, und nach ein wenig Eingewöhnung auch recht gut zu lesen [dass ich es geschafft habe, das Buch in der Pause in der Schule zu lesen, mag wohl ein Beweis sein^^] udn es lohnt sich sowohl im Sinne der Spannung als auch im Sinne der Verbesserung der Sprachkenntnisse, es auf Englisch zu lesen :)


Schatten
"Always dream and shoot higher than you know you can do. Don't bother just to be better than your contemporaries or predecessors. Try to be better than yourself."
William Cuthbert Faulkner

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Lächeln

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6

Donnerstag, 8. März 2007, 21:01

wow,auch wen die frage nicht von mir kam, helfen mir eure antworten wirklich weiter, hatte schon mal in die englischen bücher reingelesen und festgestellt, dass die dialoge wirklich besser sind, aber die beschreibungen...naja aber wenn das andere 11er schaffen werd ich mich auch mal richtig ranwagen :D

7

Donnerstag, 8. März 2007, 21:12

Ja, die Beschreibungen sind vor allem anfangs mörderisch.. Man gewöhnt sich mit der zeit daran und die Dialoge... :love2:


Schatten
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8

Donnerstag, 8. März 2007, 21:13

Zitat

Original von Lächeln
[...]und festgestellt, dass die dialoge wirklich besser sind, aber die beschreibungen...naja aber wenn das andere 11er schaffen werd ich mich auch mal richtig ranwagen :D


GNAH!!!!!!!!!!!!!!!!

War ich in meiner Jugend eigentlich auch so ein "Arbeit-mit-Füßen-Treter"?

Alleine diese Aussagen, im Original ist es besser, bringen mich an den Rand der Verzweiflung.

Anders? Ja! Definitiv.
Besser? Warum?

Eines der wenigen Werke, die ich auf deutsch und englisch gelesen habe, ist Herr der Ringe. Anders ist es auf englisch bestimmt. Besser? Keine Ahnung. Fr. Carroux hat es geschafft, eine wunderbar lyrische Übersetzung zu schaffen, die für mich (nunmal als deutscher Leser) deutlich schöner, interessanter und "runder" zu lesen ist, als das Original. Und wer mir erzählt, dass das Original "besser" ist, der möge mir mal all die Punkte erklären, die gerade Tolkien mit dem Einsatz der verschiedensten Englisch-Formen gemacht hat. *Tischkante beiß*

Oder man schaue sich einen Horst Pukallus, mit seiner "Thomas Covenant" Übersetzung an. Manche mögen sagen, zu altmodisch! Warum, wieso?
Auschweifend, ja. Evtl. elegisch? Her damit!
Altmodisch? Ach geh....

Was habt ihr immer an der deutschen Sprache und/oder den Übersetzungen anzumeckern? Fehlt noch, dass Faust demnächst in englisch gelesen wird, weil die Sprache "besser" ist....

Und die "wichtigste" Sprache?
Englisch ist wichtig, ja. Wenigstens es lesen zu können.
Lustigerweise rudern doch viele Firmen mit dem "Englisch als Hauptsprache" wieder zurück. Weil es eben NICHT unsere Sprache ist. Und es auch nicht so einfach aufgestülpt werden kann.

maschine

Moderator Admini Gratia

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9

Donnerstag, 8. März 2007, 21:56

Hm, da kam übrigens letztens aus 3sat oder so ein Bericht, in dem es darum ging, dass Englisch in der Schweiz einen deutlich höheren Stellenwert hat als in Deutschland, Frankreich usw...vermutlich weil es da halt keien einheitliche Landessprache gibt
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Dilbert

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10

Donnerstag, 8. März 2007, 22:12

Also, ich bin da ziemlich indifferent.
Meistens lese ich allerdings doch Englisch. Vielleicht einfach nur weil es DAS Original ist und ich befürchte in der Übersetzung geht die ursprüngliche Atmosphäre irgendwie verloren oder wird verändert. Ich bin mir da nicht ganz im klaren ...
Zu Erikson: Also ich (und ich bin in Englisch sehr geübt, auch beruflich bedingt) tu mir mit Erikson im Original relativ schwer. Das liegt oft an den Details. Auch wenn die Handlung an sich eigentlich nicht so schwierig zu erfassen ist, setzt Erikson oft Wortspiele und versteckte Hinweise ein, die auch mal größere Rätsel auflösen können. Und da kommt es dann auf jedes Wort an und als Nichtmuttersprachler, der nicht ständig mit einem Dictonary rumrennt (benutz ich eigentlich sowieso nie) kann man da halt schon was verpassen. Nichtsdestotrotz werd ich Reaper's Gale natürlich auch im Original lesen (allein wegen der Wartezeit) ...


Aktuelle Lektüre: Deadhouse Gates
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Anomandaris

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11

Donnerstag, 8. März 2007, 22:46

Oh je, da sind wir dem TD irgendwie auf die Füsse getreten ;)

Das kann natürlich jeder sehen wie er will. Aber ich finde schon, dass Englisch die wichtigste Sprache ist in der westlichen Welt. Das hat keinen Qualitäts-Subtext sondern mehr halt einfach, dass du fast überall in Europa mit Englisch durchkommst. Und Amerika ist auch kein kleines Land, dass seinen Einfluss eben auch weit erstreckt. Deshalb ist es eben gut, wenn man Englisch kann.
Gerade in der Geschäftswelt ist es, wenn du international sein willst unabdingbar. Gewisse Branchen sind ja sogar nur mit englischem Wortschatz zu bewältigen (man denke zb. mal an die Informatik)
Versuch dich mal in Frankreich mit Deutsch durchzuschlagen! Englisch lassen sie dir gerade noch so durchgehen :D

Und ja, tut mir leid, aber mMn verliert jede Übersetzung etwas. Ich finde die HdR Übersetzung auch wunderschön und Der Drachenbeinthron von Tad Williams ist zb auch sehr schön geschrieben in Deutsch. Aber im Englischen ist es einfach "besser" da es...ich weiss nicht, wie soll ich es nennen... Wahrer, Ursprünglicher, ist. Das Gedankengut des Autors ist in dieser Sprache am authentischsten...da er ja so geschrieben hat und in diesem Mindset denkt und lebt...und schlussendlich ist er/sie es, die diese Geschichte schreibt. Und ein Übersetzter kann eben "nur" versuchen, das zu erahnen...er wird es nie eins zu eins treffen.
Zudem, und das ist natürlich dann Geschmacksache, gefällt mir die engl. Sprache einfach sehr gut für das episch, fantastische das der Fantasy nunmal innewohnt. Der Pathos lässt sich mMn halt gut rüberbringen (man denke nur mal an den Herrn Shakespear).

Und natürlich lese ich nur Englisch wenn es im Original Englisch ist! Das sage ich persönlich ja immer...im Original ist es am besten. Darum würde ich einen Faust sicher NIE auf Englisch lesen. Und auch jeden deutschen Fantasyautor würde ich natürlich in Deutsch lesen, ganz klar.

@ Sed'aran - Die Erscheinungsdaten sind natürlich ebenfalls ein gewichtiges Argument :D
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12

Freitag, 9. März 2007, 14:23

Hallo Faron und herzlich willkommen im Forum. :wink:
Was das Englische angeht, ich glaube als Schüler ist es sogar recht gut damit anzufangen, da ist man doch noch näher an der Sprache als meist später.
Bei mir liegt die Schulzeit schon etwas zurück und bis auf das Englisch bei Urlaubsreisen habe ich direkt nicht damit zu tun. Trotzdem habe ich mich nach den deutschen Bänden an Bonehunters gewagt und muss sagen, es ging besser als gedacht und man liest sich doch relativ schnell ein. Natürlich will ich nicht ausschließen, das einem vielleicht die eine oder andere Feinheit entgeht, die ein Muttersprachler oder sehr gut englisch Sprechender zu würdigen weiss. Aber versuch es auf jeden Fall und ein re-read auf deutsch ist ja dann auch immer noch möglich. ;)
Was das im Original lesen insgesamt angeht, glaube ich wie schon oben erwähnt, dass man die Fremdsprache sehr sehr gut kennen muss, um wirklich alle Feinheiten, Stimmungen und Wortspiele zu verstehen. Ich hoffe das immer von den jeweiligen Übersetzern, bin da aber auch nicht so sicher, dass das immer der Fall ist :rolleyes:.
Insofern ist mir dann das Deutsche doch lieber, auch weil es einfach flotter voran geht. :lesen2:
Stell Dir vor, Du stiegest im Traum zum Himmel auf und pflückest eine wunderschöne Blume. Und Du erwachest und hieltest sie in Deiner Hand.
Ah, was dann ...

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Königin der Träume« (9. März 2007, 14:24)


gero

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13

Freitag, 9. März 2007, 18:49

Zitat

Original von Anomandaris
Oh je, da sind wir dem TD irgendwie auf die Füsse getreten ;)


Je nu, theoretisch seid ihr vor allem mir auf die Füße getreten. :D

Zitat

Original von Anomandaris
Und ja, tut mir leid, aber mMn verliert jede Übersetzung etwas. Ich finde die HdR Übersetzung auch wunderschön und Der Drachenbeinthron von Tad Williams ist zb auch sehr schön geschrieben in Deutsch. Aber im Englischen ist es einfach "besser" da es...ich weiss nicht, wie soll ich es nennen... Wahrer, Ursprünglicher, ist. Das Gedankengut des Autors ist in dieser Sprache am authentischsten...da er ja so geschrieben hat und in diesem Mindset denkt und lebt...und schlussendlich ist er/sie es, die diese Geschichte schreibt.


Natürlich verliert jede Übersetzung etwas, egal, von welcher Sprache man in welche Sprache übersetzt - wobei sich diese "Verluste" bei den indogermanischen Sprachen, die ja strukturell identisch bzw. sich sehr ähnlich sind und in denen auch noch viele Begriffe ähnlich konnotiert sind, im Prinzip in sehr engen Grenzen halten. Aber natürlich "klingt" es anders, wenn da im Original steht "he fell asleep", und im Deutschen "er schlief ein". Also, ein bisschen anders ist es meistens, keine Frage.

Ob es wirklich "besser" ist - oh je, darüber könnte man stundenlang streiten. Ich könnte dir eine Menge Übersetzungen zeigen, bei denen die Übersetzung stilistisch und erzählerisch besser als das Original ist. Weil nämlich Fehler ausgemerzt wurden. Weil ein guter Übersetzer auch bei einem Ich-Erzähler nicht fünf Sätze hintereinander mit "Ich" anfangen würde. Weil der Übersetzer auch auf Seite 800 nochmal nachschaut, wie denn der Grynskelwurm auf Seite 126 eigentlich genau geheißen hat. Usw.usf.

Genauso sicher gibt es Originale, an die selbst die beste Übersetzung nicht rankommt. Wobei ich immer sagen würde, dass es im Bereich der Unterhaltungsliteratur in ... sagen wir mal 95% aller Fälle machbar wäre, wenn die Übersetzer mehr Zeit hätten. Denn eine schon einmal überarbeitete Übersetzung sollte eigentlich ein bisschen liegen - wie ein Hefeteig, der ja auch "gehen" muss - ehe man dann noch ein drittes Mal drübergeht. Zeitlicher und gedanklicher Abstand helfen eine ganze Menge. Nur hat man die meist nicht. :D

Und natürlich gibt es eine bestimmte Art von ... hm ... nennen wir es mal pathetischem Erzählton, bei dem sich die Deutschen sehr, sehr schwer tun. Wofür es eine ganze Reihe von Gründen gibt. Aber logischerweise bleibt ein bisschen Pathos immer auf der Strecke. Genauso wie ein sehr lakonischer Ton, der nur sehr schwer rüberzubringen ist.

Trotzdem bin ich der Ansicht, dass dieses "besser" des Originals im Prinzip ein Wahrnehmungsphänomen ist. Wer kein "native speaker" ist, wird sich immer ein bisschen mehr anstrengen müssen, wenn er/sie einen englischen Text liest. Dieses Mehr an Anstrengung führt aber mMn zu einem intensiveren "Erleben" der Lektüre - und dann kommt es einem irgendwie "besser" vor. Klar, wie oben schon erwähnt, gibt es Ausnahmefälle - aber dass das Original per se "besser" ist, das wage ich denn doch zu bezweifeln.

Zitat

Original von Anomandaris
Das Gedankengut des Autors ist in dieser Sprache am authentischsten...da er ja so geschrieben hat und in diesem Mindset denkt und lebt...und schlussendlich ist er/sie es, die diese Geschichte schreibt. Und ein Übersetzter kann eben "nur" versuchen, das zu erahnen...er wird es nie eins zu eins treffen.


Tja - das ist dann immer der Moment, in dem ich mich frage: Bin ich eigentlich blöd? Ich meine, nach deiner Logik ist das Original besser, weil authentischer. Der einfache Leser (der noch nicht einmal alle Begriffe kennt - und er soll doch bitte auch bloß nicht ins Wörterbuch schauen, mit der Zeit wird er merken, was gemeint ist, das wird doch immer geraten, oder?) ... also, besagter einfacher Leser "erahnt" das jetzt so einfach qua instinktiver Leserintelligenz (denn nur dann hat er etwas von dem "authentischer"!), wohingegen der Übersetzer (der die Ausgangssprache normalerweise wesentlich besser kennt als der besagte einfache Leser, darin dürften wir uns doch wohl einig sein, oder) allenfalls "versuchen kann, das zu erahnen ..." :nixweiss:

Come on, gimme a break. Wo ist da bitte die Logik? Macht ihr euch eigentlich gelegentlich klar, was ihr da so sagt? Dass nämlich der Übersetzer - der sich per definitionem über jeden Satz und seine inhaltliche Aussage Gedanken machen muss - nicht kapiert, was dem Normalleser sozusagen gottgegeben zufliegt? Stimmt - unsereiner muss tatsächlich blöd sein ...

Sorry, wenn ich das so deutlich sage, aber ein Sprachspiel, das ein einigermaßen seine Arbeit ernstnehmender Übersetzer nicht erkennt, das werden 99% der Nicht-Englisch-Muttersprachler auch nicht erkennen. Genausowenig wie die kleinen versteckten Hinweise, den Subtext, der - zumindest in besseren Geschichten - natürlich immer da ist. Ob der Übersetzer das Sprachspiel dann einigermaßen adäquat (oder auch nur einigermaßen) ins Deutsche rüberbringen kann - je, nu, das kommt darauf an ...

Ich möchte niemanden davon abhalten, die Bücher im Original zu lesen. Wirklich nicht. Noch kriege ich Übersetzungsaufträge ... und wenn nicht mehr, werde ich alle Nur-Noch-Englisch-Leser nacheinander besuchen und mich jeweils eine Woche durchfüttern lassen. :D

Natürlich bringt es einem was für den Englischunterricht, wenn man was auf Englisch liest, das man mag - und dann eben dabeibleibt (im Gegensatz zur Pflichtlektüre, durch die man sich meistens durchquält - hey, ich war auch mal Schüler ...)

Und natürlich kriegt man die Bücher früher. Die Wartezeiten per se sind aber im Prinzip identisch, sie sind halt verschoben. Und billiger ist es eigentlich nicht, wenn das Buch zuerst im HC erscheint, denn gerade die englischen HCs kosten kaum weniger als die beiden entsprechenden deutschen Trades.

Wenn ich natürlich Taschenbuch mit Taschenbuch vergleiche, sieht es wieder anders aus.

Zitat

Original von Anomandaris
Und natürlich lese ich nur Englisch wenn es im Original Englisch ist! Das sage ich persönlich ja immer...im Original ist es am besten. Darum würde ich einen Faust sicher NIE auf Englisch lesen. Und auch jeden deutschen Fantasyautor würde ich natürlich in Deutsch lesen, ganz klar.


Sag mal, Anomandaris - wie machst du es bei Autoren wie Murakami oder Sapkowski? (Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass du weder japanisch noch polnisch ausreichend gut beherrschst, um die Sachen im Original zu lesen :D) Englische oder deutsche Ausgabe? Und falls du sie noch nicht gelesen hast - was würdest du tun?

Grüße
Gerd
Sudden moroseness. One hop too far.

14

Freitag, 9. März 2007, 21:08

Tja... und um Gerd mal in den Rücken zu treten... errrrr.. zu stärken:
Deshalb meine Reaktion auf die "Englisch Original ist besser" Aussage.

Mich würde auch mal interessieren, wie manche Leute französische, italienische, polnische Fantasy/SF lesen.

Kann mir jemand mal eben sagen, ob Stanislaw Lem im "Original" besser ist?

Vereinfachende Aussage wie "Das englische Original ist besser" hasse ich.
Wie gesagt, siehe HdR. Die englischen Mittel (verschiedenen Sprachstile) funktionieren im deutschen überhaupt NULL KOMMA GAR NICHT!
Und es wird sie ein NICHT-ENGLÄNDER meiner Ansicht auch NIEMALS verstehen.
Also? Tun wir alle so, als wären wir ach so im englischen Sprachraum angesiedelt, und dass uns natürlich NICHTS entgeht? Oder lesen wir eine deutsche Übersetzung, die es trotzdem schafft, einen Epos mit den vorhandenen Mitteln darzubringen?

Hmmmm?????

Und nein, Ihr seid mir nicht auf die Füße getreten. Nur die Ignoranz, mit der die deutsche Sprache und die Übersetzer meist bestraft werden, die geht mir doch auf den Senkel.

15

Freitag, 9. März 2007, 21:27

Ich lese eigentlich nur Bücher in Englisch, wenn es sie nur in der Originalfassung gibt oder wenn ich partout nicht warten kann, bis die Übersetzung fertig ist. Letzteres ist mir bis jetzt allerdings nur bei Erikson passiert. Ansonsten greife ich doch lieber auf Übersetzungen zurück, weil ich sonst immer das Gefühl habe, irgendetwas zu überlesen, was für die Handlung wichtig ist. Ich habe auch festgestellt, daß vieles in Englisch bei mir einfach nicht hängenbleibt und ich mich am nächsten Morgen frage, was ich da nochmal am Vorabend gelesen habe.
"Der Mensch hat das Netz des Lebens nicht gewebt. Er ist nur ein Strang des Netzes, und was immer er dem Netz antut, tut er sich selbst an."

16

Freitag, 9. März 2007, 22:05

Und schon sind wir wieder bei der "Ist das Original besser" Frage. Meine Antwort ist im Falle Erikson "Ich bevorzuge, das Original zu lesen". Nicht weil es besser finde, sondern weil ich nicht auf die Übersetzung warten möchte. Dazu kommt noch, dass ich für den Preis von zwei deutschen Bänden ein englisches Hardcover bekomme.

Bei anderen Büchern kommt es noch, dass sie vielleicht nie ins Deutsche übersetzt werden oder nicht mehr auf Deutsch erhältlich sind. Auch ist es für mich zur Gewohnheit geworden ein englisches Buch im Original zu lesen.

Ob sich Erikson als Startpunkt fürs im Englischen lesen eignet? Eher nicht aber letztlich ist es immer ein Sprung ins kalte Wasser. Es dürfte einfacher sein zunächst "Bood Follows" bzw. "The Healthy Dead" zu lesen. Da muss man nicht so auf die Handlungsstränge achten.

17

Freitag, 9. März 2007, 23:07

Zitat

Original von Apsalar
Ich lese eigentlich nur Bücher in Englisch, wenn es sie nur in der Originalfassung gibt oder wenn ich partout nicht warten kann, bis die Übersetzung fertig ist.


Zitat

Original von Axel
Dazu kommt noch, dass ich für den Preis von zwei deutschen Bänden ein englisches Hardcover bekomme.

Bei anderen Büchern kommt es noch, dass sie vielleicht nie ins Deutsche übersetzt werden oder nicht mehr auf Deutsch erhältlich sind.


*beides unterschreib*

Ich möchte auch klar stellen, dass ich größten Respekt vor der Arbeit von Übersetzern habe. Bei so manchem [vor allem bei Erikson], was ich im Englischen lese, kann ich mir einfach nicht vorstellen, wie man das ins Deutsche übertragen könnte...
Und Originale halte ich auch nicht für besser oder schlechter. Aber wenn es nun mal ein Buch noch nicht auf Deutsch gibt, sehr wohl aber in einer Sprache, die ich gut genug beherrsche, um damit ein Buch lesen zu können [meist ist's dann halt Englisch], und diese Sprache auch noch die Originalsprache ist und ich Lust habe, das Buch in dieser Fassung zu lesen, dann lese ich einfach das nicht auf Deutsch übersetzte Buch.
Die Übersetzungen von Eriksons Romanen sind wirklich klasse, und ich hab ja alle auf Deutsch erschienenen gelesen, nur irgendwann hat man auch die Schnauze voll, dass man ein Buch erst zwei Jahre nach dem Erscheinen lesen kann [achtung, kein Vorwurf an den Übersetzer - höchstens an den Verlag], erst recht, wenn man in der Lage ist, die englische Ausgabe zu lesen [die auch im Original hätte tibetisch sein können - beherrschte ich tibetisch, würd ich auf diese Sprache umsteigen].
Und wenn es ein englisches Buch bereits in deutscher Übersetzung gibt, greife ich nach wie vor darauf zurück - allerdings extrem ungern, wenn es mal wieder zweigeteilt ist, was nicht nur ins Geld geht, sondern auch optisch nicht viel hermacht [wir fangen jetzt keine Diskussion über Cover an]. Bei anderen Sprachen.. Hey, was bleibt einem für eine Wahl? Sapkowski les ich entschieden lieber in der deutschen Fassung. Lukianenko ebenfalls [außer ich komme bei letzterem an die russischen Ausgaben ran, einfach, weil ich eben in der Lage bin, das zu lesen und die Originalsprache Russisch ist [ich beginne, das Wort Original zu hassen oO]]. Bei Erikson ist die Atmosphäre eben durchaus anders. Ob sie besser ist, will ich gar nicht beurteilen, mir gefällt sie einen Tick mehr *shrug*
Was ja nicht heißt, dass das bei anderen Büchern ebenso sein muss.

Und wenn man mich fragt, ob es sich lohnt, Erikson auf Englisch zu lesen, sage ich: Ja, für mich hat es sich gelohnt.
Muss letztlich jeder für sich entscheiden.
Muss man Bücher im Original lesen? - Nein, aber wenn man will und kann, warum nicht?


Schatten
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Gene Wolfe

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Schattenthron« (9. März 2007, 23:12)


18

Freitag, 9. März 2007, 23:19

Sapkowski werde ich vermutlich in beiden Fassungen lesen. Da bin ich zu neugierig um mich mit einer zufrieden zu geben. Auch lässt sich so feststellen, ob bzw wo eine der Ausgaben gekürzt ist.

19

Freitag, 9. März 2007, 23:32

Hm, Narrenturm und den gesamten Geralt-Zyklus hab ich auf Russisch, ersteres allerdings noch nicht auf Russisch gelesen.
Meinst du mit "beide Fassungen" deutsch und englisch?
Irgendwie graust es mir davor, Sapkowski auf englisch zu lesen.. oO Kann sein, dass ich falsch liege, aber ich hab immer den Eindruck, polnisch und deutsch lägen näher beieinander, als polnisch und englisch, weswegen ich die deutsche Übersetzung bevorzuge..


Schatten
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20

Freitag, 9. März 2007, 23:42

Jep, deutsch und englisch. Macht eigentlich keinen Sinn aber die englsche Fassung gibt es als HC und mit schönerem Cover als die Deutsche... :nixweiss:
Und wenn die deutschen Ausgaben nicht weiter geführt werden hab ich halt die englische oder anders rum.