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Freitag, 4. Mai 2007, 11:08

Wovon sich SE inspirieren ließ...

Keine Ahnung, obs schon nen Thread hierzu gibt - hab keinen gefunden.

Auf jeden Fall interessiert mich, ob auch ihr Anzeichen dafür gefunden habt, dass SE sich von anderen Werken hat inspirieren lassen.

Meiner Meinung nach hat er sich ein klein wenig von Michael Moorcocks "Corum" inspirieren lassen.
So gibt es auch dort eine Unterscheidung in Ältere/Jüngere Götter, und einer nennt sich (leider hab ich das Buch grad nicht zu Hand) sehr, sehr ähnlich wie K'rul (ich meine, er heißt K'rull).

Des weiteren hat mich die Mauer auf Korel (gegen die Stormrider) extrem an eine andere Mauer in einem anderen brillianten Fantasy-Zyklus erinnert.

Soviel erstmal von mir. Bin gespannt auf eure Ideen (nicht nur bez. anderer Werke, auch historischer wie zeitgenössischer Ereignisse)
Yep, und grade zu zeitgenössischen Ereignissen: Straßen-/Häuserkampf in Y'Ghatan vor dem großen Feuerchen...Bei mir werden augenblicklich Bilder aus dem Irak wach.
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maschine

Moderator Admini Gratia

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2

Freitag, 4. Mai 2007, 13:46

Soweit ich weiß war eine Inspiration für den Schwerpunkt auf das Soldatenleben Glen Cooks Black Company, dazu kommen dann noch eine Reihe von Anspielungen, zB erinnert Karsas Geschichte sehr an Conan und Fafhrd & der Graue Mausling, die Crimson Guard und Heboric Ghost-Hands dürften Anspielungen Donaldsons Thomas Covenant sein, irgendwo taucht glaube ich auch Pratchetts Truhe mal auf....und was die Mauer betrifft, da dürften wohl eher geschichtliche Vorbilder Pate gestanden haben ;) (der Hadrianswall, der Limes, die Chinesische Mauer)
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Dilbert

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3

Freitag, 4. Mai 2007, 13:58

Irgendwo hatte ich auch mal gelesen, dass er sich etwas bei der Eroberung von Florenz(?) im Mittelalter mal was abgeschaut hatte.
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... Die Macht der Träume erstreckt sich nur auf ihr eigenes Reich.
In der Wirklichkeit zählen nur Taten.



4

Samstag, 5. Mai 2007, 10:31

Und Napoleon diente als Inspiration für den Titel der gesamten Reihe, genauer Napoleons Buch der Gefallenen [oder wie das auch immer genau hieß]. Ich vermute, dass auch die ganze Imperiumsache von Napoleon inspiriert ist.
Und die Armeenaufteilung hat was von Rom.


Schatten
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maschine

Moderator Admini Gratia

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5

Samstag, 5. Mai 2007, 14:18

War das mit dem denkenden Soldaten nicht auch von Napoleon? Weil er, dank der Motivation seiner Soldaten nicht mehr auf die festen Strukturen der konventionellen Armeen angewiesen war....irgendwas war da

Aber letztendlich dürfte sich Erikson eh quer durch die Weltgeschichte bedient haben *g*
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6

Samstag, 5. Mai 2007, 16:02

Eben, man darf nicht vergessen, dass SE Archäologe und Anthropologe ist. Und bei seiner jahrelangen Vorbereitung auf das MBotF hatte er wohl genug Zeit, das Passendste aus der Weltgeschichte zu auszubuddeln^^


Schatten
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7

Sonntag, 6. Mai 2007, 17:54

Zitat

Original von Schattenthron
Eben, man darf nicht vergessen, dass SE Archäologe und Anthropologe ist.


In der Tat! Und für mich, der ich selbst Anthropologe bin, ist es sehr, sehr interessant zu sehen, wie SE typisch anthropologische Konzepte einbaut in seine Handlung, z.B. in Samar Devs Betrachtungen.
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8

Sonntag, 6. Mai 2007, 19:04

Könntest du das mal ausführen, Corvus? Das interessiert mich jetzt :)


Schatten
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Kruppe

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9

Sonntag, 6. Mai 2007, 20:50

Zitat

Original von Schattenthron
Könntest du das mal ausführen, Corvus? Das interessiert mich jetzt :)

Das interessiert mich auch, wäre echt toll, wenn das möglich wäre. :)
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10

Sonntag, 6. Mai 2007, 20:52

Auf das bin ich auch schon gespannt:)

11

Montag, 7. Mai 2007, 11:38

In der (Kultur-)Anthropologie, die hierzulande unter Ethnologie firmiert - im angloamerikanischen Raum wird unter Anthropologie sowohl die biologische als auch die Kulturanthropologie zusammengefasst - , wird sehr großer Wert darauf gelegt, fremde Kulturen nicht nur so zu erklären, dass es für den (westl.) Menschen plausibel ist, sondern vor allem, sie aus sich selbst heraus zu verstehen. Ersteres nennt man etische, letzteres emische Sicht.

Diese Problematik kommt, finde ich, recht gut in Samar Devs Gedanken zutage, als sie mit Karsa durch die Lande zieht. Sie - als "zivilisierter" Mensch - macht sich Gedanken über die Beweggründe des "Barbaren", versucht, sich selbige zu erklären, was ihr aber nicht vollständig gelingt.

Auch in beider Gesprächen kommt immer wieder das alte Problem der Einflussnahme der "Zivilisation" auf andere Kulturen auf - ist nichts spezifisch anthropologisches, klar, gehört aber zu den zentralen Feldern der politischen Anthropologie.

Ansonsten fällt mir noch ein Beispiel ein: Als die Anibar Karsa ein Geschenk machen und Samar - ganz nach wirtschaftsanthropologischem Grundsatz - Karsa erklärt, dass Geschenke etc. weniger einen materiellen als einen symbolischen (z.B. Festigung von Freundschaft/Bündnis) Wert besitzen.

Soviel fürs Erste. Mir fallen bestimmt noch weitere Beispiele ein, aber jetzt muss ich weiterarbeiten.

Corvus
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Telorast

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12

Dienstag, 9. März 2010, 22:08

Eine sehr schöner und gelungener Ansatz für die SE-Gedankenwelt, Corvus - dankeschön! Als ehemaliger (wenngleich abgebrochener) Ethnologiestudent kann ich auch was damit anfangen.

Nun, der Thread beschäftigt sich ja mit den etwaigen Inspirationen, von denen sich SE möglicherweise beeinflussen ließ, und da bin ich mir ziemlich sicher, daß der gute Steven schon das ein oder andere Werk des zu Unrecht mehr oder weniger vergessenen Roger Zelazny gelesen hat.

Zelazny war in den 70er Jahren ein Star der amerikanischen Fantasy- und SF-Literatur, wurde auch verfilmt, allerdings mit äußerst überschaubarem Erfolg, was auch an dem Hauptdarsteller Jean-Michael Vincent gelegen haben mag, der in dieser Zeit den Part des Hollywood-Kotzbrockens übernommen hatte, den später Mickey Rourke in so unnachahmlicher Weise verkörpert hat. ("Damnation Alley" von Regieveteran Jack Smight aus dem Jahr 1977).
Der Roman hieß auf deutsch "Strasse der Verdammnis" und war ziemlich gut, trotz des bescheuerten Titels.

Ich will aber auf etwas anderes hinaus, nämlich das "Opus Magnus" von Zelazny, den Amber-Zyklus. Es ist ein fünfbändiger Zyklus, im Deutschen verlegt von Heyne unter dem Titel "Die Prinzen von Amber".
Amber ist die Erstwelt, es existieren zahllose andere Spiegelungen ("Sphären"?) davon, jedes Mitglied der Herrscherfamilie ("Götter";), allesamt magiebegabt und mit unmenschlichen Kräften ausgestattet, dazu teilweise Gestaltwandler (sic!) kann sich eine oder mehrere Welten nach eigenen Vorgaben erschaffen und dortselbst herrschen. Die einzelnen Welten werden auf Schattenwegen ("Gewirren";), die die dazu befähigte Herrscherbrut kraft ihres Geistes erschaffen kann, erreicht.
Nach dem plötzlichen und unerklärlichen Verschwinden des Stammvaters Oberon bricht ein unbarmherziger und brutaler Krieg um die Herrschaft unter den Nachkommen aus - Verrat, Intrigen und was sonst noch alles dazu gehört.

Erzählt wird die Geschichte aus dem Blickwinkel von Corwin, Prince of Amber, nur nachrangig in der Erbfolge, aber durch allerlei Umstände durchaus ein Anwärter auf den Thron.
Es existiert ein Fortsetzungs-Zyklus, der den Sohn Corvins zur Hauptperson hat, den Magier Merle ("Merlin";) und leider das Niveau des Vorgängers nicht erreicht.


Zelaznys Stil ist prägnant und lakonisch, "hardboiled" sozusagen, ein wenig Fantasy-Chandler und ausgesprochen gut und unterhaltsam zu lesen. Selbst wenn die eine oder andere Ähnlichkeit an den Haaren herbeigezogen sein mag, vieles am Sujet erinnert mich ans "Spiel der Götter" .

Man könnte das natürlich auch unter den Empfehlungen posten, aber ich denke, hier passt es auch ganz gut. (falls Zelazny hier schon irgendwo angesprochen wurde - sorry...)

Jedenfalls eine klares Muss für Genreliebhaber und ich schätze mal, das werden alle hier sein.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Telorast« (10. März 2010, 10:10)


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13

Samstag, 8. Januar 2011, 03:46

Zu Amber gibt es tatsächlichlich auch noch eine sehr sehr sehr seltsame Comicadaption, die irgendwo in meiner Bibliothek Staub ansätzt.

14

Mittwoch, 7. Dezember 2011, 20:45

ich werf auch mal meine Vermutungen in den Raum: für mich hatten die Ereignisse in MT und RG in Letheras ähnlichkeit mit den Wirtschafts- und Finanzkrisen, was wohl auch daran liegt, dass ich MT nach der letzten Weltwirtschatfskrise gelesen habe. Und auch die letherische Art der Verehrung bzw "Vergötterung" von Geld erinnert mich an Kapitalismus (richtiges Wort?).

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Gargolä« (12. Dezember 2011, 21:57)