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Sonntag, 23. Januar 2011, 17:22

Warum soll ich weiterlesen?

Hallo Ihr!
Mein erstes Posting hier und gleich so ein "ruppiger" Betreff?
Die Frage ist mir jedoch wichtig, habe ich doch vor Jahren schon einmal begonnen, "Gardens Of The Moon" auf englisch zu lesen. Da ich u.a. ASoIAF von George RR Martin komplett auf englisch verschlungen habe, dachte ich, dass auch diese überall so hochgelobte Serie kein großes Problem für mich sein dürfte. Doch weit gefehlt - nach knappen 100 Seiten, in denen ich original nichts verstanden hatte, schmiss ich das Buch entnervt und frustriert in die Ecke.
Nun habe ich einen neuen Anlauf gewagt und mir Band 1 auf deutsch zugelegt. Mittlerweile bin ich auf S. 160 - und erschreckenderweise sind die Verständnisprobleme noch immer da? Wer ist wer? Wer kämpft gegen wen und warum? Was sind Brückenverbrenner? Wer kann nun alles zaubern? Wieso ist einer plötzlich eine Marionette? Wieso werden Karten gelegt?

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir hier ein paar Argumente nennen könnt, warum ich unbedingt weiterlesen sollte... :)

Anomandaris

First Son of Mother Dark

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2

Sonntag, 23. Januar 2011, 20:18

Hallo SacredMetal,

Gute Frage.
Erikson ist sicher der Fantasy-Autor mit der schwierigsten Sprache (also wenn man ihn auf Englisch liest, als nicht Englisch-Muttersprachler). Zudem ist seine Geschichte so verwoben und vielschichtig, dass man sich das nicht gewohnt ist (ich finde das Lied von Eis und Feuer auch sehr gut, aber im Vergleich mit dem SdG ist LvEuF eine Kindergeschichte, was die Komplexität angeht).
Wenn du es nicht magst, wenn dir der Autor nicht innerhalb eines Buches mehr oder minder alles erklärt, dann ist SdG definitiv nichts für dich. Denn es wird noch länger so sein, dass du an vielen Stellen erst mal nicht verstehst, wer das war, warum er das gemacht hat und was das soll. Das ist so, nein, das muss sogar so sein. Und für mich persönlich macht das genau auch die Spannung aus.
Wenn du aber, wie die meisten hier, eben genau Spass daran hast, selber zu knobeln, was das war und/oder du es magst, alles erst im laufe entdecken zu können, dann bist du bei SdG genau richtig. Diese Bücher sind eine Entdeckungsreise die vollgepackt ist mit liebevollen Details und tiefem, mythischen Hintergrund. Ich liebe so etwas. Aber es gibt eben auch Leser, die so etwas nicht so mögen.

Ein anderer Tipp- Man sollte SdG wirklich nur mit Musse lesen. Ich habe zb aufgehört, SdG im Zug zu lesen, oder wenn ich gerade nur kurz Zeit habe. Man muss sich auf das Buch einlassen können und man sollte aufmerksam und konzentriert dabei sein. Es ist ungeeignet als "Fast Food" Literatur.

Warum du aber unbedingt weiterlesen solltes, ist ganz klar folgendes: Eine so fantastische Welt mit einer so tiefen Geschichte wirst du (neben Tolkiens Mittelerde) nirgends sonst finden. Zudem ist die Geschichte gross und episch (falls du das magst, aber als Lied-Fan denke ich mal, dass du das tust) und wie schon erwähnt sehr vielschichtig. Zudem ist sie erfrischend...keine ewig wiederholte Elfen-Zwerge-Dark-Lord Geschichte.

Soweit mal ein erster Post. Bin sicher andere werden hier auch noch ihre Motivations-Posts reinpacken :D

Ach ja, zudem ein herzliches Willkommen auf malazan.de . Ich hoffe du bleibst uns als User erhalten!
Mane of Chaos. Anomandaris. Lord of the Tiste Andii, who has looked down on a hundred thousand winters, who has tasted the blood of dragons, who leads the last of his kind, seated in the Throne of Sorrow and a kingdom tragic and fey.
Mod-Stimme ist rot :yoda:



Jeder hat das Recht auf seine eigene, falsche Meinung.

3

Sonntag, 23. Januar 2011, 22:49

Hi SacredMetal. :wink:

Erikson ist sicher nicht einer der Autoren, von dem du alle Informationen bekommst, wenn die Dinge das erste Mal auftauchen. Teilweise bekommst du die Antwort auf deine Fragen erst ein paar Buecher spaeter und teilweise sehr verstreut. Aber Erikson weiss wie er die Dinge entwickelt und oft ist der Anfang der Buecher eher langsam und nimmt mMn nur langsam fahrt auf, um dann am Ende zu einem Feuerwerk von Aktion und Enthuellungen zu kommen und mit jedem Buch verstehst du mehr, was aber nicht unbedingt heisst, dass du dadurch weniger Fragen haben wirst. Ueber die ersten paar Buecher wirst du mehr oder weniger in die Welt eingefuehrt und es werden immer wieder Begriffe auftauchen, die du nicht verstehst. Aber wie Anomandaris schon gesagt hat, der Spass mit MBotF besteht auch darin, darueber zu spekulieren, was wie zusammenhaengt etc.

Und als kleiner Trost, es gibt immer wieder Leute, die sagen, dass sie Probleme hatten in GotM rein zu kommen. Du bist also nicht der erste. Und die meisten dieser Leute sind am Ende froh, dass sie sich durch den Anfang durchgequaelt haben.

Und wir sind hier immer offen fuer Fragen und Spekulationen und erklaeren auch gerne Dinge, wenn du etwas beim lesen nicht verstanden hast.

Und nun zu deinen Fragen:
Wer ist wer? - Da hilft nur weiterlesen und die Personen kennen lernen.
Wer kämpft gegen wen und warum? - Das malzanische Imperium gegen andere. Gegen wen in GotM erfaehrst du bald.
Was sind Brückenverbrenner? - Eine Truppe im malazanischen Militaer. Was so besonders an denen ist...weiter lesen
Wer kann nun alles zaubern? - Alle Zauberer. Wer einer ist musst du schon selber heraus finden.
Wieso ist einer plötzlich eine Marionette? - Du hast noch nicht das letzte von der Marionette gesehen. Vieleicht kommt die Antwort ja noch.
Wieso werden Karten gelegt? - An was erinnert dich Kartenlegen, bzw. wozu werden denn hier (Tarot)Karten gelegt? Aber mit dem Kartenlegen ist das immer so eine Sache, du weisst nie, was gemeint ist, bis es so weit ist. Also weiterlesen.
Gesammt Fazit: Weiterlesen! ;)
How long was that blink? Gods below, it was a fucking eternity.

Nephiliê

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4

Montag, 24. Januar 2011, 13:02

Nun denn, ich werde hier auch mal etwas schreiben.. ^^ obwohl ich auch erst beim dritten deutschen Band bin also "Im Bann der Wüste" bin ich von der Reihe total begeistert.. zugegeben, der Anfang war für mich auch schwer, es gab auch bei mir verständnisprobleme und ich war auch mehr als nur einmal kurz davor, das buch einfach wegzulegen aber ich war dann doch zu neugierig, um mir das entgehen zu lassen.. vor dem Spiel der Götter habe ich die Zwergen-Reihe von Markus Heitz gelesen und ich muss ehrlich sein, von der Komplexität her ist das im Vergleich zur Malazan-Reihe einfach nur eine Kindergeschichte.. jedenfalls liebe ich die bücher und kann es kaum erwarten, mit dem nächsten anzufangen.. ich empfehle auf jedenfall, weiterzulesen denn nach anfänglichen Problemen, die Geschichte zu verstehen, findet man sich relativ schnell zurecht und lernt, die vielen Handlungsstränge aueinander zu halten.. weil diese Buchreihe einfach ein Meisterwerk ist.. ^^

Liossercal

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5

Montag, 24. Januar 2011, 14:55

Hallo :wink:

Ohne dir nahetreten zu wollen, aber wenn man ungefähr 2% einer Reihe gelesen, sollte man nicht unbedingt erwarten, dass man alles versteht, sonst wäre es ja auch langweilig;)
GotM beginnt nunmal mitten in einem Krieg, man bekommt nicht wie in so einigen anderen Büchern zuerst einmal die ganze Lebens- und Leidensgeschichte des Helden (den es hier sowieso nicht gibt :D ) erzählt. Aber wenn du nur noch ein bisschen durchhälst, wirst du den Anfang einer Reihe präsentiert bekommen, die vor Action, sauber entwickelten Charakteren und wunderbaren Dialogen sprüht.
Deine Fragen hat Shan ja schon beantwortet, ich will mich nur noch zu den Wieso?-Fragen äußern: Die Antwort, die niemanden zufriedenstellt, aber wahrscheinlich richtig ist, ist "Weil der Autor es so gemacht hat."(zum Beispiel die Drachenkarten, die gehören einfach zur Welt dazu). Vielleicht werden die Motivationen irgendwann erklärt, vielleicht auch nicht...im LvEuF hab ich mich auch gefragt, warum der eine Kerl ein brennendes Schwert hat, aber es war mir dann egal.;)

Gesammt Fazit: Weiterlesen! ;)


*anschließ*:D
"Like Anomander Rake, Osric was more dragon than anything else. They were kin in blood, if not in personality." HoC

"There were clouds closed fast round the moon. And one bye one, gardens died." tBh


6

Montag, 24. Januar 2011, 16:36

@OP: Hmmm....also wenn Du sowas wie ein konventionelles Lese-Strickmuster mit handverlesenen Erklaerungen suchst, wird es in diesem Falle heikel. Man muss sich so ziemlich alles erarbeiten, aber das ist der Reiz an diesem Zyklus. Nicht jederleutz Sache...

7

Montag, 24. Januar 2011, 20:53

Wow.
Erst mal vielen Dank für die ausführlichen Antworten. Ich bleibe am Ball...

8

Dienstag, 25. Januar 2011, 18:45

Komme zwar spät, aber vielleicht kann ich noch etwas beitragen..

Ich bin generell der meinung, dass man weiter lesen sollte, wenn man Interesse daran hat. Nun stimmt es aber auch, dass GotM das aus verschiedenen Gründen das schwierigste Buch der Reihe ist. Zunächst einmal wurde es fast zehn Jahre vor dem zweiten geschrieben und SE hat sich in der Zeit, die zwischen dem ersten und zweiten Band liegt als Autor stark verbessert. Dann ist GotM auch so konzipiert, dass man als Leser in die Geschichte hineingeschmissen wird ohne jegliches Vorwissen.. Vor allem die berühmte ersten 200 Seiten von GotM sich ziemlich berüchtigt^^

Über die Jahre hinweg hat sich gezeigt, dass es vielen Leute hilft, sich beim Lesen des MBotF einige Dinge im Hinterkopf zu bewahren..
Stelle dir vor, dass du eine Nacherzählung historischer Ereignisse liest, die - wie Geschichte nun mal ist und was sich auch als ein roter Faden im MBotF herausgestellt hat - auf Augenzeugenberichten beruht. Du kannst zehn Personen das selbe Ereignis beobachten lassen und am Ende wird jeder von ihnen etwas anderes erzählen. Augenzeugen sind nicht zuverlässig. Augenzeugen sind nicht allwissend. So ist es auch mit SEs Protagonisten. Niemand von ihnen hat die Weisheit mit Löffeln gefressen und niemand wird sich hinsetzen und über Dinge diskutieren, die für sein Umfeld selbstverständlich sind, so wie wir uns nicht hinsetzen und darüber diskutieren, wie man Auto fährt - es ist einfach Alltag. Das macht es natürlich schwierig, sich auf Anhieb auf Wu [wie wir scherzhafterweise SEs Welt nennen] zurecht zu finden. Es ist als würde man plötzlich in ein anderes Land mit ganz neuen Gepflogenheiten ziehen. Man versteht zwar vielleicht die Sprache, aber man weiß nicht, worüber die Leute um einen herum reden. Erst nachdem man einige Tage dort verbracht hat beginnt man zu verstehen. So ist es auch mit dem MBotF; je weiter man voran kommt, desto vertrauter wird man mit seiner Umgebung und desto mehr Dinge ergeben Sinn.
Es ist zugegebernermaßen nichts, was man nebenbei lesen kann. Zumindest am Anfang, vor allem in GotM, ist es schwer sich zurecht zu finden. Es ist einfach so, dass man enteder interessiert ist, diese neue Welt zu entdecken, oder nicht.
Ab Deadhouse Gates, also dem zweiten Band, wird es einfach, da man sich erstens schon etwas auskennt und SE zweitens alles besser strukturiert.

Mit ein Grund, warum es so einfach ist, Dinge zu übersehen, ist, dass SEs Welt einfach nur riesig groß und voller Details ist und eine weit zurückreichende Geschichte hat UND einige Konzepte, die generell auch im Fantasy-Genre als gegeben hingenommen werden, werden neu interpretiert. Dazu kommt eine schier kaum zu erfassende Unmenge an handelnden Personen. Wie gesagt, es soll helfen sich im Hinterkopf zu behalten, dass man eine Geschichte liest, die nur einen Ausschnitt aus etwas viel größerem zeigt, und dazu auch noch aus der Sicht von Augenzeugen, die nicht immer verlässlich sind.

Dann gibt es da noch das für viele ungewohnte Powerlever mancher Protagonisten. Dies spielt wieder dahin, dass SEs Welt eben anders ist. Man könnte das ganze mit der aktiken Mythologie vergleichen, in der die Götter und Halbgötter und weiß der Kuckuck wer noch alles umher gesprungen sind. Das ganze Magiesystem im MBotF ist ziemlich eigen [wenn auch im Grunde recht simpel gestrickt] und Dinge wie z.B. Glaube haben ganz andere Auswirkungen als man es gewohnt sein mag. Die Auswirkung ist, dass das generelle Machtlevel höher liegt als in anderen Fantasy-Universen.

Ich glaube, dass die 'ultimative' Lösung die Gewohnheit ist. Wenn man ersteinmal über eine gewisse Strecke hinaus ist [für die meisten sidn es etwa die ersten 200 bis 250 Seiten in GotM], begegnet man manchen Dingen imemr wieder und lernt sie kennen. Auch werden viele Fragen beantwortet, man braucht nur Geduld und Spaß daran, sich aus den gegebenen Informationen seine Schlüsse zu ziehen.

Zudem gibt es ein Schema, auf das man sich einstellen kann. Vielleicht hilft es ja auch zu wissne, dass vor allem die erste Hälfte eines beliebigen Bandes im MBotF 'Aufbau' ist, das setzen der Verhältnisse für den großen Knall, der am Ende kommt. Und am Ende blickt man zurück und es fällt einem wie Schuppen von den Augen :)

Falls es dir übrigens weiterhilft, hier läuft derzeit der offiezielle Re-Read von Tor und es gibt Kapitelzusammenfassungen und Plotdiskussionen en detail. Wenn man dem gesagten glauben kann hat das vielen 'Neulingen' schon geholfen :)

Mein persönlicher Grund für's weiterlesen wäre aber in erster Linie etwas, was sich gut mit diesem Zitat von SE beschrieben ließe:

Zitat


And the last few chapers, well, this wasn't just watching dominos fall, it was lighting firecrackers under them. For what it's worth, I was mentally grinning throughout the finale of the novel. I was having fun.


Der Spaß. Für mich persönlich ist es einfach nur ein unglaublicher Spaß zunächst einmal die einfach tolle, tragische und lustige Geschichte der vielen tollen Protagonisten zu lesen [und es ist gefährlich, diese Bücher in der Bahn zu lesen, ich muss mich oft beherrschen nicht laut los zu lachen], und DANN die ganzen Puzzleteile und Hinweise zusammen zu setzen, die überall versteut sind =) der Spaß überträgt sich vom Autor auf mich als Leser und das ist, so glaube ich, das wichtigste.
Allein durch seine Art und Weise zu schreiben, hat SE mich als lebenslangen Fan gewonnen [ich lese mittlerweile so ziemlich wahllos alles von ihm, nicht nur Fantasy].

Naja, hoffe, das bringt was ;)


Schatten
"Always dream and shoot higher than you know you can do. Don't bother just to be better than your contemporaries or predecessors. Try to be better than yourself."
William Cuthbert Faulkner

"My definition of good literature is that which can be read by an educated reader, and reread with increased pleasure."
Gene Wolfe

9

Mittwoch, 26. Januar 2011, 09:14

Ich bin wirklich beeindruckt, mit welcher Begeisterung und Enthusiasmus hier gepostet wird. Momentan ist es aber tatsächlich eine Quälerei... Mal sehen, ob wir noch Freunde werden, SE und ich.

10

Dienstag, 1. Februar 2011, 08:55

die beste Antwort darauf erfolgt halt zum Ende von GotM ;o)

bitte durchhalten.
Es lohnt sich !!!!!!

11

Mittwoch, 2. März 2011, 16:29

Erikson ist halt keiner der einfachen Autoren ,er hat mit dieser Reihe ein Kompaktes , fiktives Universum erschaffen.Aber es lohnt sich.Man wird von den Büchern aufgesaugt :naughty:
Ab der mitte des ersten Buches geht es richtig los.Also weiterlesen :lesen1:
Lang lebe Theol, Bagg, Kruppe und Iskral Pustll
Dass sie in diese großartige Serie noch den passenden Humor geben.

thorondor

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Beruf: sozialarbeiter

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12

Donnerstag, 17. März 2011, 22:35

ist ja schon vieles gesagt worden, un dich kann die durchhalteparolen nur unterstützen.
was noch dazu kommt: das nochmals lesen der ganzen reihe macht derart viel spass!! mit dem wissen von späteren büchern lesen sich die vorigen ganz anders und man kann so richtig schön in die geschichte eintauchen.
normalerweise beneide ich leute, die zb das erste mal LOTR oder ASOIF noch vor sich haben. bei Malazan gibts dafür keine grund, da es jedes mal besser wird ;-)

13

Montag, 20. Juni 2011, 14:46

Nach GotM habe ich mir dieselbe Frage gestellt. Einerseits war ich interessiert, wie's weitergeht, andererseits haben mich einige Dinge doch stark gestört. Dazu zählen z. B. die Charaktere, die nur kurz umrissen werden, so dass es schwerfällt, einen Bezug zu ihnen aufzubauen. Natürlich macht sich kein Mensch nur deshalb Gedanken über sich, sein Denken, sein Handeln, sein Aussehen, seine Gewohnheiten usw., nur weil der Leser es gerade am Anfang gerne wüsste. Doch auch GRRM, um ihn einmal mehr zu nennen, konzentriert sich ganz und gar auf die Sicht des jeweiligen PoV-Charakters und schafft es dennoch, ihn quasi nebenbei subtil und dennoch unglaublich präzise zu charakterisieren, so dass man gleich einen konkreten Eindruck erhält. Zugleich entwickeln sich die Charaktere konsequent weiter und beschreiten dabei neue Wege, mit denen man nicht gerechnet hätte - und dennoch wirkt alles in sich stimmig und logisch.

Ich bezweifle nicht, dass sich Erikson ebenfalls viele Gedanken über seine Charaktere gemacht hat - es kommt nur einfach nicht bei mir als Leser an. Dazu erfährt man einfach zu wenig über sie. Womit ich beim nächsten Punkt wäre: Den Leser zu verwirren und ihm Informationen vorzuenthalten ist mMn kein Qualitätsmerkmal. Bei Erikson kommt's mir bisweilen so vor, als wüssten seine Charaktere mehr, doch sie teilen ihr Wissen nur aus einem Grund nicht mit dem Leser: Damit dieser nicht zu viel erfährt, selbst wenn's unlogisch erscheint. Ich mag es natürlich nicht, wenn man mir das notwendige Wissen auf dem Silbertablett serviert, ohne die Informationen selbst bewerten und Schlüsse ziehen zu können, doch wenn die handelnden Personen zu momentan relevanten Themen einfach mehr wissen, dann ergibt es in meinen Augen keinen Sinn, wenn sie sich - auch in ihren Gedanken - beharrlich dazu ausschweigen...

Ich liebe komplexe Weltentwürfe, und deshalb habe ich mich an diese Reihe gewagt. So großartig und Komplex die Geschichte auch angelegt sein mag - Erikson leidet mMn an Gigantomanie, und damit hatte ich immer meine Probleme. Für mich gilt der Grundsatz "weniger ist mehr". Weite Welten, komplexe Geschichten, eine Vorgeschichte, die Jahrtausende umfasst - immer gerne. Doch wenn man quasi an jeder Straßenecke auf Gestaltwandler, Drachen, Meeresungeheuer und Götter trifft, dann wird es mir bisweilen zu viel, Gerade das System der Gewirre und der ihnen zugeordneten Völker ist in meinen Augen erschreckend platt. Ich habe nichts gegen fremde Völker, und ich habe auch nichts gegen magielastige Parallelwelten, doch eine Unterteilung in Licht, Dunkelheit, Schatten, Feuer, Eis, Stein usw. kommt mir persönlich ja ein wenig kindisch und nicht sonderlich kreativ vor...

Klingt wahrscheinlich vernichtend, soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass ich Erikson noch immer nicht abgeschrieben habe, denn seine Welt ist trotz aller Mängel durchaus interessant. Auch die Geschichten sind unterhaltsam und bisweilen fesselnd, wenn man einmal durchgestiegen ist, doch ich muss gestehen, dass mir Martins Werk im Großen und Ganzen thematisch einfach reifer vorkommt...
ADIS SEV ... TE ROSEVM TITANA VOCARI
GENTIS ACHAEMENIAE RITV SEV PRAESTAT OSIRIN
FRVGIFERVM SEV PERSEI SVB RVPIBVS ANTRI
INDIGNATA SEQVI TORQVENTEM CORNVA MITHRAM.


--- Statius, Thebais ---

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Mithras« (21. Juni 2011, 10:59)


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Mittwoch, 22. Juni 2011, 15:38

@Mithras:

Bei welchen Band bist du den aktuell ?

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